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Mit dem Wort '''Begriff''' wird der ). Die englische und französische Bezeichnung für Begriff lautet nach dem lateinischen Ursprung ''concept''.

Unterschiedliche Verständnisse von ?Begriff?

In der ? im Sinne der vormodernen philosophischen Tradition

Das Substantiv ''Begriff'' ist als ''begrif'' (mittelhochdeutsch und ''begrif'' oder ''begrifunge'') bereits im Mittelhochdeutschen mit der Bedeutung ?Umfang, Bezirk? belegt. Später übertrug sich dessen Bedeutung analog zum Verb auf ?Vorstellung?. Das Wort kommt im 18. Jahrhundert insbesondere durch und in Gebrauch. Seine Bedeutung wird in der Zeit der Aufklärung auf ?Allgemeinvorstellung? eingeengt und zur Übersetzung von ?Idee? verwendet. In der philosophischen Terminologie werden schließlich ?Begriff? und ?Vorstellung? voneinander abgegrenzt.

Das Adjektiv ''begreiflich'', mit der heutigen Bedeutung ?verständlich?, ist aus dem mittelhochdeutschen ''begriflich'' (?fassbar, leicht fassend, begreifend?) entstanden. Demgegenüber ist ''begrifflich'', mit der Bedeutung ?einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend?, aus dem Substantiv abgeleitet. Das Adjektiv ''begriffsstutzig'' (?schwerfällig im Begreifen, schwer von Begriff?) entstand Mitte des 19. Jahrhunderts.

Begriffsbildung

?Der Begriff ist das Werkzeug, mit dem wir die Wirklichkeit deuten.? (Hans Aebli 1989). Die menschliche Kognition ist lebenslang zur Begriffsbildung in der Lage, um Objekte oder Ereignisse nach ihren Merkmalen zu kategorisieren. Das ist ein Gebiet der . Für die ist die ansteigende Fähigkeit zum Bau von Begriffen nach der Geburt bis in die Jugend von besonderem Interesse, um das besser zu verstehen. Dabei wird vorausgesetzt, dass Merkmale überhaupt unterschieden () sowie die charakteristischen Merkmale von den unwesentlichen unterschieden werden können. Minimal muss ein Begriff dem Menschen erlauben, ein bestimmtes Phänomen wiederzuerkennen. Die maximale Anforderung wird erreicht, wenn der neue Begriff sich als invariant gegenüber äußeren Veränderungen und damit von stabiler Bedeutung erweist. Die Begriffsbildung ist ein aktiver kognitiver Strukturierungsprozess, d. h. die neue Struktur bildet die Umwelt nicht einfach ab, sondern ist Ergebnis mentaler Konstruktionen, häufiger eine Umstellung bereits bestehender Begriffsstrukturen und seltener eine Neubildung. Zusammengefasst werden folgende Schritte vollzogen:

  • Abstraktion von unwichtigen Reizmerkmalen,
  • Differenzierung und Löschung der Reizmerkmale,
  • vermittelte oder
  • Invariantenbildung aufgrund schrittweiser Informationsverarbeitung

''Eigenschaftsbegriffe'' entstehen durch eine ''Kategorisierung'', daher heißen sie auch oft einfach Kategorie: ''Mondfinsternis'' wird zugeordnet ''partiell'' oder ''total.'' Für manche Begriffe wird ein Prototyp (idealer Vertreter) gebildet: ''körperliche Aggression'' ist ''Schlägerei''.

''Erklärungsbegriffe'' beinhalten eine Erklärung, also Annahmen, die auf etwas Bekanntes (Theorie, Zusammenhang) zurückgreifen, um das Phänomen zu begreifen. ''Mondfinsternis'' wird erklärt als ''Mond im Erdschatten''.

Jeder Begriff weist zwei Bestandteile auf:
  • ''sachliche (denotative) Bedeutung'': logische Struktur oder Prototyp (bei den Eigenschaftsbegriffen) bzw. Theorie (bei den Erklärungsbegriffen)
  • ''emotionale (konnotative) Bedeutung'': gefühlsmäßige Beziehung einer Person zu dieser Sache.

Zur Geschichte

Bereits in der -en Tradition wurde die Begriffsbildung als durch einen aktiven Geist erklärt. Für den ist der Geist dagegen eher passiv, eine für alle neuen sinnlichen Eindrücke, er abstrahiert von selbst aus diesen (viele Wahrnehmungen von Einzelpferden) nur den gemeinsamen Begriff ''Pferd''. Der deutsche Psychologe (1921) begann mit einfachen Experimenten zur ?Begriffsfindung?. Der Schweizer hat eine Strukturanalyse der dem jungen Menschen zur Verfügung stehenden kognitiven Strukturen begonnen. Nach ihm bilden sich kognitive Strukturen durch mit den Objekten. Alte Strukturen werden so lange beibehalten, bis neue invariante Merkmale zugeordnet werden können und so zu einer Korrektur führen. Im ersten Fall wird das Objekt der Wahrnehmung angepasst, Piaget nennt dies . Im letzten Fall passt sich die Wahrnehmung dem Objekt an, man spricht von der . Zwischen diesen Prozessen herrscht ein Fließgleichgewicht, das er nennt. Die Wahrnehmung und damit einhergehend auch die Möglichkeit, neue Begriffe bilden zu können, differenziert sich dadurch immer mehr aus. Er hat experimentalpsychologisch versucht, die natürliche Begriffsbildung bei Kindern nachzuvollziehen, wobei er die konstruktive Rolle des Geistes hervorhob, der traditionellen hierarchischen Abstraktion aber eine Beziehungsbildung (mise en relation) zwischen Phänomen vorzog. Er zeigte dies an einfachen geometrischen Begriffen wie ''horizontal'' und ''vertikal''. In den USA erweiterten C. I. Hovland (1952) und (1956) diese Experimente, wobei aktive Such?strategien? gefunden wurden. forschte zu Begriffen in offenen unbegrenzten Systemen und kam ebenso auf die große Rolle von en zwischen Phänomenen.

Dabei war in der Theorie lange umstritten, ob die Begriffe scharf (x ist entweder Glas oder Vase) oder vage-fließend (x ist irgendwie ähnlich zu Glas ? Vase) abgegrenzt werden. Die erste Position gilt als klassische Position der , die zweite wird im 20. Jahrhundert seit in der Philosophie und in der Psychologie mit der ''Prototypentheorie'' (s. o.) vertreten

Über- und Unterordnung von Begriffen

Ein ?übergeordneter Begriff? liegt in einem auf einer höheren Ebene und fasst mehrere Begriffe einer anderen Ebene zusammen. Ein ?untergeordneter Begriff? liegt in einem hierarchischen Begriffssystem auf einer niedrigeren Ebene.

Ein ist ein übergeordneter Begriff, der auf sbeziehungen innerhalb des Begriffssystems beruht. So ist beispielsweise ?Fahrzeug? ein Oberbegriff von ?Landfahrzeug, Wasserfahrzeug und Luftfahrzeug?. Analog ist ein ein untergeordneter Begriff, wo innerhalb des Begriffssystems Abstraktionsbeziehungen bestehen. So ist beispielsweise ?Auto? ein Unterbegriff von ?Fahrzeug?.

Ein ?Verbandsbegriff? ist ein übergeordneter Begriff in einem anderen Sinn: Er fußt darauf, dass innerhalb des zugrunde liegenden Begriffssystems Bestandsbeziehungen gegeben sind. So ist beispielsweise ?Europa? ein Verbandsbegriff von ?Frankreich, Schweiz und Italien?. Man nennt diese Begriffsbeziehung in der Sprachwissenschaft .

Benennung und Gegenstand

Begriffe vermitteln zwischen Gegenständen und Benennungen für diese, dies wird traditionell im veranschaulicht:

Repräsentationsebene
Die Benennung sowie die Definition eines Begriffs
Begriffsebene
Der Begriff mit seinen Merkmalen
Gegenstandsebene
Mehrere Gegenstände mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften

Begriffe und die sie verbindenden Relationen (Äquivalenz, Hierarchie usw.) spielen eine entscheidende Rolle beim sowie beim Aufbau des sogenannten ??.

Siehe auch

Literatur

  • Artur Dubs: ''Das Wesen des Begriffs und des Begreifens.'' Max Niemeyer, Halle an der Saale 1911 ( im IArchive).
  • Michael Gal: ''Begriff, Definition, Begriffsanalyse: Grundzüge der Terminologie.'' In: Derselbe: ''Internationale Politikgeschichte: Konzeption ? Grundlagen ? Aspekte.'' 2. Auflage. Thelem, Dresden/München 2021, ISBN 978-3-95908-446-8, S. 165?184.
  • : ''Die ungeklärte Natur der Begriffe: Eine Analyse der ontologischen Diskussion.'' In: ''Proceedings der GAP.5.'' Fünfte Internationale Kongress der Gesellschaft für Analytische Philosophie, Bielefeld September 2003, S. 419?434 ( auf gap5.de).

Weblinks

Einzelnachweise