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Mit dem Wort '''Begriff''' wird der ?.

Die Untersuchung von Begriffen in verschiedenen Wissenschaften, wie Psychologie, Neurowissenschaften, Linguistik, in Ansätzen formaler Wissensrepräsentation (insbesondere Formale Begriffsanalyse) und Disziplinen der Philosophie (Logik, Erkenntnistheorie, Semiotik) stellt dabei perspektivisch oft verschiedene Aspekte des Begriffs «Begriff» in den Vordergrund. In den Kultur- und Geschichtswissenschaften werden in der Begriffsgeschichte historisch der Bedeutungswandel und die Veränderung der begrifflichen Verhältnisse von Ausdrücken untersucht, im Unterschied zur Ideengeschichte, die sich mit Vorstellungen und Konzepten (auch unabhängig von ihren Bezeichnungen) beschäftigt.

Im Strukturalismus wird die ''Inhaltsseite'' eines Zeichens als Signifikat bezeichnet. Dieses wird je nach Bedeutungstheorie als Begriff, Bedeutung oder Sinn verstanden, auf welchen mittels Buchstaben bzw. Lauten die ''Ausdrucksseite'' eines Zeichens, Signifikant genannt, verweist. In eine einfachen Lesart entspricht ein Signifikat damit auch einem Begriff, was im Semiotisches Dreieck als Vermittlung zwischen Bezeichnung und Bezeichnetem dargestellt wird; ein Begriff stellt als Sinn des Symbols dessen Bezug zum Referenzobjekt her.

In der Alltagssprache und darüber hinaus steht das Wort ?Begriff? oft fälschlich salopp für eine Bezeichnung, also für ein ''Wort'' oder eine ''Wortgruppe.''

Etymologie

Das Verb ''begreifen'' ist bereits seit dem 8. Jahrhundert nachweisbar (althochdeutsch ''bigr?fan'', mittelhochdeutsch ''begr?fen''), die ursprüngliche Bedeutung war ?ergreifen, umgreifen?.<ref name="Kluge">Satz nach ''Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.'' 24. Auflage, 2002, Lemma ''begreifen''</ref> Eine Bedeutungsausdehnung beginnt schon im Althochdeutschen, mit der Verwendung als Übersetzung des lateinischen ''comprehendere'' (?begreifen?).<ref name="EWdD">Satz nach Autorenkollektiv des Zentralinstituts für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften der DDR unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer: ''Etymologisches Wörterbuch des Deutschen.'' Akademie-Verlag, Berlin 1989, Lemma ''begreifen''</ref> Insbesondere in Texten mystischer Theologie wird der Ausdruck in erweitertem Sinne gebraucht, indem körperliches ?Fassen, Greifen? auf geistiges Begreifen als ?mit dem Verstande erfassen, verstehen? ausgedehnt wird.<ref name="EWdD" />

Das Substantiv ''Begriff'' ist als ''begrif'' (mittelhochdeutsch und frühneuhochdeutsch ''begrif'' oder ''begrifunge'') bereits im Mittelhochdeutschen mit der Bedeutung ?Umfang, Bezirk? belegt.<ref name="Kluge" /> Später übertrug sich dessen Bedeutung analog zum Verb auf ?Vorstellung?.<ref name="Kluge" /> Das Wort kommt im 18. Jahrhundert insbesondere durch Christian Thomasius und Christian Wolff in Gebrauch.<ref name="EWdD" /> Seine Bedeutung wird in der Zeit der Aufklärung auf ?Allgemeinvorstellung? eingeengt und zur Übersetzung von ?Idee? verwendet.<ref name="Kluge" /> In der philosophischen Terminologie werden schließlich ?Begriff? und ?Vorstellung? voneinander abgegrenzt.<ref name="EWdD" />

Das Adjektiv ''begreiflich'', mit der heutigen Bedeutung ?verständlich?, ist aus dem mittelhochdeutschen ''begriflich'' (?fassbar, leicht fassend, begreifend?) entstanden.<ref name="EWdD" /> Demgegenüber ist ''begrifflich'', mit der Bedeutung ?einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend?, aus dem Substantiv abgeleitet.<ref name="EWdD" /> Das Adjektiv ''begriffsstutzig'' (?schwerfällig im Begreifen, schwer von Begriff?) entstand Mitte des 19. Jahrhunderts.<ref name="EWdD" />

Über- und Unterordnung von Begriffen

Ein ?übergeordneter Begriff? liegt in einem hierarchischen Begriffssystem auf einer höheren Ebene und fasst mehrere Begriffe einer anderen Ebene zusammen. Ein ?untergeordneter Begriff? liegt in einem hierarchischen Begriffssystem auf einer niedrigeren Ebene.

Ein Oberbegriff ist ein übergeordneter Begriff, der auf Abstraktionsbeziehungen innerhalb des Begriffssystems beruht. So ist beispielsweise ?Fahrzeug? ein Oberbegriff von ?Landfahrzeug, Wasserfahrzeug und Luftfahrzeug?. Analog ist ein Unterbegriff ein untergeordneter Begriff, wo innerhalb des Begriffssystems Abstraktionsbeziehungen bestehen. So ist beispielsweise ?Auto? ein Unterbegriff von ?Fahrzeug?.

Ein ?Verbandsbegriff? ist ein übergeordneter Begriff in einem anderen Sinn: Er fußt darauf, dass innerhalb des zugrunde liegenden Begriffssystems Bestandsbeziehungen gegeben sind. So ist beispielsweise ?Europa? ein Verbandsbegriff von ?Frankreich, Schweiz und Italien?. Man nennt diese Begriffsbeziehung in der Sprachwissenschaft Meronymie.

Benennung und Gegenstand

Begriffe vermitteln zwischen Gegenständen und Benennungen für diese, dies wird traditionell im Semiotischen Dreieck veranschaulicht:

Repräsentationsebene
Die Benennung sowie die Definition eines Begriffs
Begriffsebene
Der Begriff mit seinen Merkmalen
Gegenstandsebene
Mehrere Gegenstände mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften

Begriffe und die sie verbindenden Relationen (Äquivalenz, Hierarchie usw.) spielen eine entscheidende Rolle beim Information Retrieval sowie beim Aufbau des sogenannten ?Semantic Web?.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise