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Mit dem Wort '''Begriff''' wird der ).

In der ? im Sinne der vormodernen philosophischen Tradition

Das Substantiv ''Begriff'' ist als ''begrif'' (mittelhochdeutsch und ''begrif'' oder ''begrifunge'') bereits im Mittelhochdeutschen mit der Bedeutung ?Umfang, Bezirk? belegt. Später übertrug sich dessen Bedeutung analog zum Verb auf ?Vorstellung?. Das Wort kommt im 18. Jahrhundert insbesondere durch Christian Thomasius und Christian Wolff in Gebrauch. Seine Bedeutung wird in der Zeit der Aufklärung auf ?Allgemeinvorstellung? eingeengt und zur Übersetzung von ?Idee? verwendet. In der philosophischen Terminologie werden schließlich ?Begriff? und ?Vorstellung? voneinander abgegrenzt.

Das Adjektiv ''begreiflich'', mit der heutigen Bedeutung ?verständlich?, ist aus dem mittelhochdeutschen ''begriflich'' (?fassbar, leicht fassend, begreifend?) entstanden. Demgegenüber ist ''begrifflich'', mit der Bedeutung ?einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend?, aus dem Substantiv abgeleitet. Das Adjektiv ''begriffsstutzig'' (?schwerfällig im Begreifen, schwer von Begriff?) entstand Mitte des 19. Jahrhunderts.

Über- und Unterordnung von Begriffen

Ein ?übergeordneter Begriff? liegt in einem hierarchischen Begriffssystem auf einer höheren Ebene und fasst mehrere Begriffe einer anderen Ebene zusammen. Ein ?untergeordneter Begriff? liegt in einem hierarchischen Begriffssystem auf einer niedrigeren Ebene.

Ein Oberbegriff ist ein übergeordneter Begriff, der auf Abstraktionsbeziehungen innerhalb des Begriffssystems beruht. So ist beispielsweise ?Fahrzeug? ein Oberbegriff von ?Landfahrzeug, Wasserfahrzeug und Luftfahrzeug?. Analog ist ein Unterbegriff ein untergeordneter Begriff, wo innerhalb des Begriffssystems Abstraktionsbeziehungen bestehen. So ist beispielsweise ?Auto? ein Unterbegriff von ?Fahrzeug?.

Ein ?Verbandsbegriff? ist ein übergeordneter Begriff in einem anderen Sinn: Er fußt darauf, dass innerhalb des zugrunde liegenden Begriffssystems Bestandsbeziehungen gegeben sind. So ist beispielsweise ?Europa? ein Verbandsbegriff von ?Frankreich, Schweiz und Italien?. Man nennt diese Begriffsbeziehung in der Sprachwissenschaft Meronymie.

Benennung und Gegenstand

Begriffe vermitteln zwischen Gegenständen und Benennungen für diese, dies wird traditionell im Semiotischen Dreieck veranschaulicht:

Repräsentationsebene
Die Benennung sowie die Definition eines Begriffs
Begriffsebene
Der Begriff mit seinen Merkmalen
Gegenstandsebene
Mehrere Gegenstände mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften

Begriffe und die sie verbindenden Relationen (Äquivalenz, Hierarchie usw.) spielen eine entscheidende Rolle beim Information Retrieval sowie beim Aufbau des sogenannten ?Semantic Web?.

Siehe auch

  • Semantisches Netz
  • Formale Begriffsanalyse

Literatur

  • Albert Newen: ''Die ungeklärte Natur der Begriffe: Eine Analyse der ontologischen Diskussion.'' In: ''Proceedings der GAP.5.'' Fünfte Internationale Kongress der Gesellschaft für Analytische Philosophie, Bielefeld 22.?26. September 2003. S. 419?434 ( auf gap5.de).

Weblinks

Einzelnachweise